Raum­akus­tik

Raumakustik - backdrop.de
Raumakustik, Soundabsorber

Acoustics Guide:

Akus­tik ist die Lehre vom (hör­ba­ren) Schall und sei­ner Aus­brei­tung. Diese Wis­sen­schaft umfasst sämt­li­che damit zusam­men­hän­gen­den Aspekte. Also die Ent­ste­hung und Erzeu­gung des Schalls, die Aus­brei­tung, die Beein­flus­sung und die Ana­lyse von Schall. Natür­lich auch die Schall-Wahr­neh­mung durch das Gehör und die Wir­kung auf den Men­schen. Die Akus­tik ist ein kom­ple­xes Fach­ge­biet, das auf Erkennt­nis­sen aus zahl­rei­chen ande­ren Fach­ge­bie­ten auf­baut, bei­spiels­weise  der Phy­sik, der Psy­cho­lo­gie und der Materialwissenschaft.
 
In der Akus­tik unter­schei­det man gene­rell zwi­schen Schall­däm­mung und Schalldämpfung.
Der Unter­schied zwi­schen den Berei­chen Raum­akus­tik und Bau­a­kus­tik wird erst bei nähe­rer Betrach­tung prak­ti­scher Fra­ge­stel­lun­gen klar:
 
In der BAU­a­kus­tik lau­tet die Frage stets:
Wel­cher Anteil des Schalls kommt auf der ande­ren Seite des betrach­te­ten Bau­teils an?
Die ent­schei­dende bau­a­kus­ti­sche Eigen­schaft eines Bau­teils ist die Schall­däm­mung. Prak­ti­scher­weise geht es um die Fähig­keit von Bau­tei­len (also Türen, Wände, Fens­ter oder Decken), den Schall­über­gang zwi­schen zwei Räu­men mög­lichst gering zu gestal­ten. Eine hohe Schall­däm­mung wird in der Regel durch mas­sive und schwere Bau­teile erreicht, die den Schall an sei­ner Aus­brei­tung hindern.
 
In der RAUM­akus­tik lau­tet die Frage hingegen:
Durch wel­che Ober­flä­chen schaffe ich opti­male Hör­be­din­gun­gen im Raum?
Die große Her­aus­for­de­rung in die­sem Fall ist die Schall­dämp­fung der Ober­flä­chen im Raum. Schall­dämp­fung beschreibt die Fähig­keit von Mate­ria­lien, Schall zu absor­bie­ren bzw. die auf­tref­fende Schall­ener­gie auf­zu­neh­men und in andere Ener­gie­for­men (z.B. Wär­m­ener­gie) umzuwandeln.
Schall­dämp­fung ist das Resul­tat von durch­dach­ten schall­ab­sor­bie­ren­den Ein­bau­ten und Ausstattungen.
 
Was ist also Schall­däm­mung (Schall­schutz)?
Die­ses Thema ist im Bereich der „Bau­a­kus­tik“ ange­sie­delt. Schall­däm­mung bedeu­tet die Aus­brei­tung von Luft- oder Kör­per­schall in einem vor­her defi­nier­ten Aus­maß zu hem­men. Schall­schutz oder Schall­däm­mung (im Eng­li­schen sound­proofing genannt) beschreibt die akus­ti­sche Tren­nung zweier oder meh­re­rer Räume von­ein­an­der. Dar­un­ter ist die Behin­de­rung der Aus­brei­tung von Luft- und Kör­per­schall zu verstehen.
Eine gut kon­zi­pierte Schall­iso­lie­rung schließt also alle Maß­nah­men ein, durch wel­che die Schall­aus­brei­tung unter­bro­chen oder zumin­dest ver­rin­gert wird. Ein berühm­ter Klas­si­ker ist die Trittschaldämmung.
Der Unter­schied zwi­schen Kör­per­schall und Luftschall:
Luft­schall beschreibt den Bereich der hör­ba­ren Signale und somit vor allem höhere Fre­quen­zen. Er brei­tet sich in Form von Schall­wel­len über die Luft aus. Schall, der sich in einem fes­ten Kör­per bewegt oder dort „ein­dringt“, bezeich­net man hin­ge­gen als Körperschall.Körperschall umfasst daher haupt­säch­lich tiefe, bass­hal­tige Fre­quen­zen und ent­steht durch Erschüt­te­run­gen oder wenn Luft­schall auf einen fes­ten Kör­per trifft und die­sen in Schwin­gun­gen ver­setzt. Kör­per­schall kön­nen wir dem­nach in Form von phy­si­schen Schwin­gun­gen oder Vibra­tio­nen wahr­neh­men. So kann man bei­spiels­weise beim Vor­bei­fah­ren eines schwe­ren Fahr­zeu­ges Erschüt­te­run­gen im Boden spü­ren. Auch große Laut­spre­cher kön­nen ohne Schall­däm­mung den Boden und die Wände in Schwin­gung versetzen.
Je nach Inten­si­tät kann der Schall den Kör­per durch­drin­gen, bevor er dann bei­spiels­weise am ande­ren Ende einer Wand wie­der als Luft­schall (Sekun­där­schall) abge­ge­ben und für unsere Ohren wahr­nehm­bar wird. Vor allem in Gebäu­den wird Kör­per­schall als beson­ders stö­rend wahr­ge­nom­men. Er wan­dert durch Wände und Decken und wird so in angren­zende Räume über­tra­gen, wo er als Lärm hör­bar wird.
Kör­per­schall ist also oft­mals ein Pro­blem der Bauakustik.
 
Was Schall­däm­mung NICHT kann:
Oft spre­chen Ein­stei­ger fälsch­li­cher­weise von Schall­däm­mung, wenn sie eigent­lich akus­ti­sche Behand­lung im Sinne von Schall­dämp­fung meinen.
Vor­sicht; Schall­däm­mung macht einen Raum lei­ser, indem er Schall von außen blo­ckiert, also „ein­dämmt“. Akus­ti­sche Behand­lung (Schall­dämp­fung) sor­gen dafür, dass ein Raum bei einer Dar­bie­tung bes­ser klingt, indem zu starke Neben­ge­räu­sche wie bei­spiels­weise stö­rende Reflek­tio­nen  absor­biert werden.
 
Was Schall­däm­mung KANN:
Wenn ein Raum per­fekt schall­ge­schützt ist, bleibt Lärm von außen drau­ßen und stört Ihren Event nicht. Der Schall von innen bleibt auch innen und stört andere Räume und Nach­barn nicht.
 
 
 
 
Was macht nun der Bauhandwerker?
Die beste Metho­den zur Schall­däm­mung ist immer noch Masse hin­zu­fü­gen. Um zu ver­hin­dern, dass Lärm in einen Raum ein­dringt, oder ihn ver­lässt, brau­chen die Wände viel Masse (damit die Schall­ener­gie sie nicht zum Vibrie­ren brin­gen kann). Um zu mes­sen, wie effek­tiv Mate­ria­lien bei der Schall­ab­dich­tung sind, wird ein Wert namens Sound Trans­mis­sion Class (STC, deutsch: Schall­über­tra­gungs­klasse) ver­wen­det. Harte Mate­ria­lien wie Beton haben einen hohen STC-Wert, wäh­rend wei­chere Mate­ria­lien wie Dämm­stoffe nied­ri­gere Werte haben.
Der andere Wert, der ver­wen­det wird, ist Sound Trans­mis­sion Loss (STL, zu deutsch: Schall­über­tra­gungs­ver­lust), den man­che Fach­leute für aus­sa­ge­kräf­ti­ger hal­ten, da er die Iso­la­tion in dB bei spe­zi­fi­schen Fre­quenz­be­rei­chen misst.
 
 
 
 
 
Was ist also Schall­dämp­fung bzw „Ver­bes­se­rung der Raumakustik“?
Jetzt geht es also um Raum­akus­tik, es ist die Lehre von der Aus­brei­tung des Schalls inner­halb eines geschlos­se­nen Rau­mes. Sie geht immer davon aus, das sich die Schall­quelle auch inner­halb des sel­ben Rau­mes befin­det. Unter Schall­dämp­fung oder auch Schall­ab­sorb­tion (im Eng­li­schen acoustic tre­at­ment) wird eine Behin­de­rung der Schall­aus­brei­tung durch Absorp­tion von Refle­xio­nen,  also den Bereich der hör­ba­ren Signale und somit vor allem höhere Fre­quen­zen wie Spra­che, ver­stan­den. Schall­dämp­fung sorgt für eine akus­ti­sche Wohl­fühl-Ath­mo­sphäre im Raum.
Unan­ge­nehme Schall­pe­gel in einem lau­ten Raum wer­den mit­hilfe von schall­dämp­fen­den Akus­tik­ma­te­ria­lien in ers­ter Linie abge­schwächt und in der Nach­hall­zeit ver­rin­gert. Das ver­bes­sert die Raumakustik.
Die Raum­akus­tik wird bestimmt durch den Anteil des Direkt­schalls, der Zeit­ver­zö­ge­rung und Rich­tung von Refle­xio­nen. Außer­dem von der Ein­satz­ver­zö­ge­rung und der räum­li­chen Ver­tei­lung des Nach­halls am Gesamt-Schall­pe­gel und der Nach­hall­zeit. In Abhän­gig­keit der Nut­zung des Rau­mes, z.B. als Groß­raum­büro, Thea­ter oder Kon­fe­renz­raum, bzw. durch die spe­zi­fi­sche Raum­si­tua­tion ergibt sich mit­un­ter die Not­wen­dig­keit von ganz unter­schied­li­chen akus­ti­schen Maßnahmen.
 
 
 
 
Das Mit­tel der Wahl heißt dem­nach „Absor­ber“!
Bei den unter­schied­li­chen Absorp­ti­ons­kör­pern unter­schei­det man poröse Absor­ber und Reso­nanz­ab­sor­ber (und die Kom­bi­na­tio­nen bei­der Prin­zi­pien) Schall­ab­sor­ber aus Akus­tik­schaum­stoff haben sich in der Pra­xis beson­ders bewährt, da sie als Absor­ber mit porö­ser Ober­flä­che her­vor­ra­gende Eigen­schaf­ten zur Schall­dämp­fung besit­zen und somit die Aus­brei­tung von Schall vermeiden.
Gene­rell gilt: Je nied­ri­ger, also bass­las­ti­ger, die Fre­quenz und je lau­ter die Schall­quelle ist, umso mas­si­ver sollte das Pro­dukt für die opti­male Däm­mung des Schalls gewählt werden.
 
 
 
 
Funk­ti­ons­weise von Schallabsorbern:
Durch Bewe­gung der schwin­gen­den Luft­teil­chen in offen­po­ri­gen Mate­ria­lien (wie zum Bei­spiel Faser­stoffe, usw.) wird Schall­ener­gie durch Rei­bung ent­zo­gen und dann in Wär­me­en­er­gie umge­wan­delt. Die Absorp­tion ist hier bei höhe­ren Fre­quen­zen in einem rela­tiv brei­ten Fre­quenz­be­reich wirksam.
Absor­ber-Plat­ten, wel­che ver­gli­chen mit der Luft ein sehr hohes Eigen­ge­wicht haben, wer­den zum Mit­schwin­gen ange­regt. Dadurch wird dem Schall­feld Ener­gie ent­zo­gen, denn in ihrer Bewe­gung wer­den die Plat­ten durch federnde Unter­la­gen und innere Rei­bung gedämpft. Durch die ver­schie­de­nen Kom­bi­na­tio­nen von Ele­men­ten kann die an sich schmal­ban­dige Absorp­tion breit­ban­dig gemacht wer­den. Als abso­lu­tes Maß für die Schall­ab­sorp­tion gilt der soge­nannte Schall­ab­sorp­ti­ons­grad, auch Schall­schluck­grad alpha genannt. Der Wert  „α“ gibt Auf­schluss über das Ver­hält­nis der absor­bier­ten Schall­in­ten­si­tät zur ein­fal­len­den Schall­in­ten­si­tät an. Er stellt eine Zahl zwi­schen 1 und 0 dar.
Poröse Absor­ber zeich­nen sich durch offen­po­rige Mate­ria­lien mit gro­ßer Poro­si­tät und Zunahme des Absorp­ti­ons­gra­des nach hohen Fre­quen­zen hin aus.
Reso­nanz­ab­sor­ber  bestehen meist aus Folien oder Plat­ten­ab­sor­bern und einer hohen Dämp­fung im unte­ren Frequenzbereich.
Trifft eine Schall­welle auf einen Absorp­ti­ons­kör­per, so wird sie ganz oder teil­weise absor­biert und nicht oder nur teil­weise reflek­tiert. Hier­bei strömt die Luft bei ihrer Schwing­be­we­gung in die zahl­rei­chen Poren und Kanä­len des Akus­tik­schaum­stoffs hin und her. Man macht sich dabei das Prin­zip der Ener­gie­um­wand­lung zu Nutze. Die mecha­ni­sche Ener­gie des Schalls (Schwin­gun­gen in der Luft) wird im Akus­tik­ma­te­rial in Wärme umge­wan­delt, sodass effek­tiv Schall­ener­gie mini­miert wird.Die dabei durch Rei­bung erzeugte Wär­m­ener­gie wird der Schall­ener­gie entzogen.
Schall­dämp­fende Mate­ria­lien haben aber auch das Ziel, den Klang inner­halb eines gewis­sen Bereichs oder Rau­mes zu ver­bes­sern. Schall­dämp­fend ver­än­dert man durch gezielte Maß­nah­men den Raum­klang nach sei­nen eige­nen Bedürf­nis­sen. Man kann bei­spiels­weise den Schall­pe­gel dämp­fen oder die Nach­hall­zeit ver­rin­gern. Das trägt ins­ge­samt zur gefühl­ten Ver­bes­se­rung der Raum­akus­tik bei.  Anders als schall­däm­mende Mate­ria­lien, neh­men schall­dämp­fende Stoffe ledig­lich bestimmte Fre­quenz­be­rei­che auf. Die Absorp­tion des Luft­schalls erfolgt daher nur teil­weise und geschieht beson­ders effi­zi­ent in porö­sen Mate­ria­lien, wel­che eine große Ober­flä­che aufweisen.
 
Was ist der Schallabsorptionsgrad?
Der Schall­ab­sorp­ti­ons­grad α (alpha) ist das Ver­hält­nis von absor­bier­ter zu auf­fal­len­der Schallenergie.
Die absor­bierte Ener­gie ver­mehrt die innere Ener­gie des Schall­ab­sor­bers, d.h. die Bewe­gung der Luft­mo­le­küle (=Schall) wird in Wär­me­en­er­gie umgewandelt.
 
 
 
 
Der Absorp­ti­ons­grad kann gemes­sen, bzw. nach DIN EN ISO 354:2003 ermit­telt werden.
Der Alpha-Wert = Absorp­ti­ons­grad α, gibt an, wie groß der absor­bierte Anteil des ein­fal­len­den Schalls ist.
α = 0 bedeu­tet, es fin­det keine Absorp­tion statt, der gesamte ein­fal­lende Schall und seine Ener­gie wird reflek­tiert. Bei α = 0,5 wird 50 % der Schall­ener­gie absor­biert und 50 % reflek­tiert. Bei α = 1 wird der kom­plette ein­fal­lende Schall absor­biert, eine  Refle­xion fin­det also gar nicht mehr statt. Nor­ma­ler­weise lie­gen die Werte je nach Absor­ber zwi­schen α = 0,2 und 0,8. Der Wert α hängt dabei vom Ober­flä­chen­ma­te­rial und der Fre­quenz ab. Für die Schall­emp­fin­dung in einem Raum spielt die­ses Ver­hält­nis von absor­bier­ter und reflek­tier­ter Schall­ener­gie eine wich­tige Rolle.
Gele­gent­lich wer­den in Tabel­len Werte vom α > 1, also > 100% ange­ge­ben. Die­ses wird unter pra­xis­na­hen Bedin­gun­gen bestimmt  und trägt der Tat­sa­che Rech­nung, dass die wirk­same Flä­che eines Sound­ab­sor­bers etwas grö­ßer ist, als seine geo­me­tri­sche Fläche.
Der Sca­hall­ab­sorp­ti­ons­grad hat keine Maßeinheit.
 
Schall­abs­ob­ti­ons­klas­sen:
Die Ein­tei­lung eines Pro­duk­tes (in unse­rem Fall ein Vor­hang­tex­til) in Schall­abs­op­ti­ons­klas­sen erfolgt durch Mes­sung über den gesam­ten sprachr­e­le­van­ten Fre­quenz­be­reich von 250 Hz bis 4kHz. Der schlech­teste Ein­zel­wert die­ser Mes­sung ist maß­ge­bend für die Zuord­nung einer Absop­ti­ons­klasse. Dem gegen­über bil­det der Ein­zel­wert NRC (gemäß US ASTM-Stan­dard C423) ledig­lich den Mit­tel­wert über die Oktav­bän­der von 250 Hz bis 2 kHz und macht dar­über hin­aus kei­ner­lei wei­te­ren Anga­ben zum ein­zel­nen Frequenzverlauf.
Es gel­ten also fol­gende Absorptionsklassen:
Klasse A  α (alpha) > 0,9
Klasse B  α (alpha) = 0,8 - 0,85
Klasse C  α (alpha) = 0,6 - 0,75
Klasse D  α (alpha) = 0,3 - 0,55
Klasse E  α (alpha) = 0,15 - 0,25
Die Absorp­ti­ons­klas­sen ver­än­dern sich aber auch, wenn absor­bie­rende Vor­hänge dich­ter oder ent­fern­ter von Wand­flä­chen auf­ge­hängt wer­den. Fal­ten­zu­ga­ben erhö­hen den Absorptionswert.
Erwäh­nens­wert ist aber auch der bekannte Umstand, das die Absop­ti­ons­flä­che von Mobi­liar (Stühle) Deko­ra­tio­nen und Zuschauer ganz wesent­lich zur Schall­ab­sorp­tion bei­tra­gen. Holz­stühle haben eine gerin­ge­ren Absorp­ti­ons­flä­che als Polsterstühle.
Sit­zen­des Publi­kum absor­biert weni­ger im hoch­fre­quen­ten Bereich als ste­hen­des Publikum.
Kurio­ser­weise bie­ten weib­li­che Per­so­nen weni­ger Absorp­ti­ons­flä­che als männ­li­che Per­so­nen. Das ist wohl  dem Umstand geschul­det, das die Mes­sung mit Frauen in Abend­klei­dern und Män­nern in Anzü­gen erfolgte…
 
Nach­hall - Nachhallzeit:
 
 
 
Reflek­tie­rende Schall­pe­gel tra­gen ganz wesent­lich zum Dif­fus­schall und damit zur „Unver­ständ­lich­keit“ der Hör­auf­gabe bei. Im Bereich der Sprach­über­tra­gung kann das zur tota­len Unver­ständ­lich­keit füh­ren. Die damit ver­bun­dene Nach­hall­zeit ist daher der wich­tigste Para­me­ter im Bereich der Raum­akus­tik. Die Nach­hall­zeit T ist die Zeit­spanne in Sekun­den, in der nach Abschal­ten einer Schall­quelle ein Schall­ereig­nis um 60 dB abfällt, d.h. in der sich die Schall­ener­gie um ein Mil­li­ons­tel der Schall­ener­gie vor dem Abschal­ten der Schall­quelle ver­rin­gert. Die Nach­hall­zeit T ist fre­quenz­ab­hän­gig. Die­ser Zeit­raum bis zur „tota­len Stille“ wird als “RT60-Wert” beschrie­ben. Die Nach­hall­zeit ist also ein wich­ti­ges Maß für die akus­ti­sche Güte des Rau­mes, mit Ihr las­sen sich Aus­sa­gen über Laut­stärke und Klang­farbe, Deut­lich­keit und Durch­sich­tig­keit, Hal­lig­keit und Raum­ein­druck machen. Mög­li­che Absorp­tio­nen der ein­zel­nen Ober­flä­chen müs­sen auf die anzu­stre­bende Nach­hall­zeit sowie Ein­rich­tung und Per­so­nen­an­zahl abge­stimmt sein.  In der DIN 18041 wer­den ver­schie­dene opti­mal Nach­hall­zei­ten in Abhän­gig­keit zur Nut­zung und Größe des Rau­mes definiert.
Hier einige Beispiele:
Kon­zert­saal für klas­si­sche Musik­an­wen­dung: 1,5 - 2,5 Sec.
Thea­ter mit pri­mä­rer Sprach­über­tra­gung: 1,0 - 2,5 Sec.
Kon­fe­renz­räume, Vor­trags­räume: 0,7 - 1,2 Sec.
Fol­gende Faust­for­mel gilt jedoch immer:
Mehr Absor­ber im Raum sor­gen für kurze Nach­hall­zeit, große Raum­vo­lu­men ver­län­gern die Nachhallzeit.
 
Warum sind akus­ti­sche Maß­nah­men nun so wichtig?
Viele Neben­ge­räu­sche und Krach stres­sen die Men­schen. Dies umso mehr in Ein­rich­tun­gen wie Schu­len, Büros und ande­ren öffent­li­chen Gebäu­den und Ver­samm­lungs­räu­men. Wis­sen­schaft­lich belegt sind fol­gende Aus­wir­kun­gen von schlech­ter Akustik:
 
  • 70 % der gespro­che­nen Kon­so­nan­ten eines Leh­rers wer­den von den Schü­lern nicht gehört.
  • 70 % der Büro­an­ge­stell­ten glau­ben, dass sich ihre Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern würde, wenn man den Lärm in ihrer Umge­bung redu­zie­ren würde und die Feh­ler­quote klei­ner würde.
  • 60 % der Ange­stell­ten in Groß­raum­bü­ros fin­den Lärm als den größ­ten Störfaktor.
  • Nicht gewoll­ter Lärm erhöht die Herz­fre­quenz, den Blut­druck und die Atmungsfrequenz.
  • Lärm­re­duk­tion ist für die Gene­sung von Pati­en­ten unumgänglich.
  • Durch akus­ti­sche Mani­pu­la­tion kön­nen die Ver­käufe in Geschäf­ten um ca. 5-10 % gestei­gert werden.
 
Akus­tik­stoffe, tex­tile Lösungen:
In der Akus­tik wird unter dem Begriff Akus­tik­stoff meist von zwei grund­ver­schie­de­nen Tex­ti­lien gesprochen.
 
1. Schall­ab­sor­bie­ren­der Akustikstoff
 
 
 
 
Diese Tex­ti­lien wur­den ent­wi­ckelt um Räume von Hall und Refle­xio­nen zu befreien und/oder gezielt uner­wünschte Fre­quen­zen zu fil­tern. Diese Stoffe wer­den in Ton­stu­dios, Semi­nar­räu­men, Büros und Ver­an­stal­tungs-räu­men eingesetzt.
 
2. Schall­durch­läs­si­ger (schall­neu­tra­ler) Akustikstoff
 
 
 
 
Diese Art kommt unter ande­rem in der Hi-Fi Bran­che zum Ein­satz. Viele Her­stel­ler von Laut­spre­chern set­zen hier­bei auf gestrickte Akus­tik­stoffe, wel­che durch die offene Strick­tech­nik eine nahezu 100% Schall­durch­läs­sig­keit (akus­ti­sche Trans­pa­renz) ermög­li­chen. Wir tref­fen diese Gewebe bei­spiels­weise für Open-Air-Büh­nen an.
 
Was genau ist denn Lärm?
Lärm ist die aktive Schall­ein­wir­kung auf den Schall­emp­fän­ger (Mensch)  die nicht als Infor­ma­tion dient und/oder lau­ter als not­wen­dig wahr­ge­nom­men wird. Als Lärm oder auch Krach wer­den Geräu­sche bezeich­net, die durch ihre Struk­tur (meist Laut­stärke) auf die Umwelt und den Men­schen stö­rend belas­tend oder gesund­heits­schä­di­gend wir­ken. Die objek­tive Bewer­tung des Lärms mit­tels fest­ge­leg­ter und genorm­ter Grö­ßen ist sehr schwie­rig, weil das Emp­fin­den jedes unter­schied­li­chen Men­schen natür­lich von sei­ner aktu­el­len Ver­fas­sung und sei­ner all­ge­mei­nen Ein­stel­lung zum Lärm abhängt. Lärm­be­läs­ti­gung wird jedoch immer dann vor­lie­gen, wenn wegen eines oder meh­re­rer vor­han­de­ner Geräu­sche eine Akti­vi­tät unter­bro­chen oder zumin­dest behin­dert wird. Beson­ders läs­tig oder schäd­lich sind Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­run­gen oder wenn eine kon­zen­trierte Denk­leis­tung gestört wird. Die Dauer der Zeit­ein­wir­kung spielt eine Rolle. Trotz akus­ti­scher Gewöh­nung kann Lärm unbe­wusst auf den Kör­per und die Psy­che wir­ken. Lärm kann den Bio-Rhyth­mus stö­ren (Ruhe­stö­rung) und mas­sive Schlaf­stö­run­gen verursachen.
Lärm, oder auch Krach, ist also vor allem subjektiv.
 
Was bedeu­tet eigent­lich Dezibel?
Das Bel “B” bzw. Dezi­bel “dB” ist nach Alex­an­der Gra­ham Bell benannt. Es ist eine Hilfs­maß­ein­heit zur Kenn­zeich­nung von Pegeln und Maßen. In der Akus­tik wird diese loga­rith­mi­sche Größe zur Angabe von Schall­druck­pe­geln ver­wen­det. Die für den Men­schen hör­bare und rele­vante Skala der Lautstärken/Schalldruck reicht von 0 dB bis 140 dB. Vor allem in der Akus­tik und der Ton­tech­nik, in der Nach­rich­ten­tech­nik, der Hoch­fre­quenz­tech­nik und in der Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik wer­den die Werte dB ver­wen­det. Pro­ble­ma­tisch ist zunächst die Dar­stel­lung von Grö­ßen, wenn die Zusam­men­hänge im Bereich der klei­nen Werte ebenso deut­lich gemacht wer­den sol­len wie im Bereich der gro­ßen Werte. Hier wird der deka­di­sche Loga­rith­mus zusam­men mit dem Dezi­bel bevor­zugt, weil diese Dar­stel­lung eine ein­fa­che Beur­tei­lung ermöglicht.
Der mensch­li­che Sin­nes­ein­druck ver­läuft in etwa loga­rith­misch zur Inten­si­tät des akustisch/physikalischen Rei­zes. Damit ent­spricht der Pegel der ein­wir­ken­den phy­si­ka­li­schen Größe linear dem mensch­li­chen Emp­fin­den. Das hat bei­spiels­weise für die Akus­tik Bedeu­tung, wo auch die Maß­ein­heit der psy­cho­akus­ti­schen Größe der Laut­stärke (das „Phon“) mit dem phy­si­ka­li­schen Schall­druck­pe­gel in Dezi­bel defi­niert ist.
 
Was ist Direkt­schall, was ist Diffusschal?
Direkt­schall ist in einem geschlos­se­nen Raum der Schall, der bei sei­nem Ein­tref­fen am Hör­ort oder am Mess­ort als Ers­tes ein­trifft, ohne vor­her eine Refle­xio­nen erfah­ren zu haben. Der Schall­pe­gel gelangt nach sei­ner Aus­brei­tung direkt von der Schall­quelle (z.B. Laut­spre­cher) zum Zuhö­rer. Wird der Schall durch Wände reflek­tiert, spricht man von Diffusschall.
Der Pegel des Direkt­schalls nimmt mit zuneh­men­dem Abstand zur Schall­quelle ab, wäh­rend er beim Dif­fus­schall gleich bleibt. Dort, wo Direkt- und Dif­fus­schall gleich groß sind, das wird als Hall­ra­dius bezeich­net. Aus einer zu gro­ßen Ent­fer­nung zum Laut­spre­cher resul­tiert in der Regel eine Klang­bild-Unschärfe durch die hohen Dif­fus­schall­an­teile. Ideal für den Zuö­rer wäre eine Sitz­po­si­tion, die sich inner­halb die­ses Hall­ra­dius befin­det. Mit zuneh­men­der Ent­fer­nung zur Schall­quelle nimmt also der Direkt­schall-Anteil ab, die Dif­fus­schall­an­teile erhö­hen sich dabei. Der Zuschauer hört prak­tisch nur noch Dif­fus­schall­an­teile, sofern er sich in die­sem dif­fu­sen Schall­feld befin­det. Der Ein­fall der Schall­an­teile ist dann aus allen Raum­rich­tun­gen gleich wahr­schein­lich und gleich stark. Eine Loka­li­sa­tion und Dif­fe­ren­zie­rung der Schall­quelle ist prak­tisch nicht mehr möglich.